Bürger entscheiden über Spendenaufteilung
Das Projekt BÜRGERwirken (Konzeption hier) ermöglicht eine Beteiligung von Bürgern auf kommunaler Ebene. Sie erhalten die Chance, über die Aufteilung einer Spende zwischen zwei gemeinnützigen Einrichtungen mitzuentscheiden, indem sie online für eine der beiden Einrichtungen stimmen. Die Einrichtungen ihrerseits erhalten die Möglichkeit, sich über einige Wochen hinweg auf dem begleitenden Projektblog vorzustellen und über die Kommentarfuntion in einen Dialog mit den Lesern bzw. der örtlichen Bürgerschaft zu treten. Derzeit läuft die erste Challenge in Schwerte zwischen zwei Einrichtungen aus dem Kulturbereich, die sich um einen Anteil an einer Spende der örtlichen Sparkasse bewerben.
Von @Meyner kam auf Twitter die Befürchtung, dass solche Aktionen vor Ort die Konkurrenz zwischen gemeinnützigen Organisationen befördern statt deren Kooperation und Vernetzung. Ich finde aber, dass das Projekt allen Beteiligten Vorteile bietet.
- Es kommen zusätzliche private Spenden ins Spiel, - aufgeteilt werden ja nicht die kommunalen Zuschüsse
- Jede Einrichtung erhält die Chance, ihre Unterstützer für eine Stimmabgabe zu mobilisieren, so dass jede Einrichtung - wenn auch in unterschiedlicher prozentualer Aufteilung - von der Spende profitieren wird
- Die Einrichtungen bekommen die Möglichkeit, sich ausgiebig einem Publikum vorzustellen, - und können aus einem suboptimalen Ergebnis auch durchaus Rückschlüsse auf ihre Präsentations- und Mobilisierungsfähigkeit ziehen
- Bürger erhalten die Chance, sich über die gemeinnützigen Einrichtungen in ihrer Stadt zu informieren und ihre Unterstützung zu zeigen.
Obwohl Vernetzung ein wichtiges Ziel ist, wird sie die Eigeninteressen der Organisationen nie auflösen können. Es kommt darauf an, Kooperation und Wettbewerb auszubalancieren. Wenn der Wettbewerb in einem so spielerischen Rahmen stattfindet wie bei BÜRGERwirken, - umso besser.